Jugendliche zwischen Bischofssitz, Theaterstuhl und Tischtennisplatte

24.01.2018

Unter dem Motto "Unterweges - Leben ist Aufbruch" trafen sich jüngst über 60 Firmbewerber/innen aus 8 Pfarrgemeinden im Jugendhaus in Roßbach - und trafen dort ihren Bischof. Aber anders als sonst gewohnt stand er nicht auf einer Wallfahrtsbühne oder am Gottesdienstaltar. Die Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren, die sich derzeit auf ihre Firmung vorbereiten, konnten Bischof Gerhard Feige ganz hautnah erleben und in einem bunten Programm aus Talkrunde, Wettspiel, Filmbeitrag und Quiz kennenlernen. Und auch er lernte die Jugendlichen kennen, was sie denken und was ihnen wichtig ist. "Schätze des Lebens" etwa hieß eine Aktion, in Gegenstände den einzelnen Personen zugeordnet werden sollten und etwas zu erzählen hatten. "Wir sind sehr froh, dass Bischof Gerhard sich seit Jahren gern auf den Weg nach Roßbach macht und einbinden lässt in diese Form eines Begegnungsprogramms. Man hat den Eindruck, dass er die Jugendlichen wirklich kennenlernen will und die Gelegenheit schätzt, jungen Christen seine Gedanken mit auf den Weg zu geben", sagt Stephan Schmitz-Tekaath, Jugendbildungsreferent im Jugendhaus und Teil des Teams der Arbeitsstelle für Jugendpastoral. Dieses hatte zu dem Wochenende eingeladen.

Eckhard Pohl, Mit freundlicher Genehmigung der Kirchenzeitung Tag des Herrn. www.tag-des-herrn.de, Alle Rechte vorbehalten. © St. Benno-Verlag, Leipzig.

Außerdem gab es am Wochenende reichlich Gelegenheit, das Thema "Aufbruch" und "Unterwegssein" in Workshops zu bearbeiten. Ob beim Malen von eigenen (inneren) Bildern mit Pinsel und Farbe, bei Lightpainting-Motiven zum Grundgesetz aus christlicher Perspektive, als Symbolfahrt mit der Historischen Straßenbahn durch Naumburg und das eigene Leben oder durch das Kreieren von GiF-Grafiken am Computer zum Thema. Es gab Impulse durch Kurzfilme, den Blick auf Freunde als Wegbegleiter oder auch Zeit, die Salbung der Firmung als Stärkung und Auftrag für das eigene Unterwegssein in den Blick zu nehmen. Auch durch Theaterpädagoginnen des Naumburger Theaters wurde ein Workshop gestaltet. Dort wurden die Jugendlichen dann selbst zu Darstellern eigenen Szenen.

Apropos Theater: auch das Naumburger Theater wurde besucht. Alle Teilnehmer hatten nämlich Gelegenheit, das Theaterstück "Tschick" zu sehen, in dem zwei Jugendliche auf ihrer Weise aufbrechen und in einer abenteuerlichen Reise unterwegs sind. Und in einem Nachgespräch, zu dem neben dem Theaterleiter auch die Darsteller kamen, konnten die Firmbewerber/innen für sich Schlüsselszenen und wesentliche Erfahrungen herausarbeiten und ihre Fragen stellen Intendant Stefan Neugebauer fand den Austausch denn auch "toll und lebendig" und bot die Bühne gleich für das Abendgebet an.

Ein schöner Gottesdienst, in dem alle kreativen Ergebnisse auch noch einen würdigen Ort zur Präsentation fanden, beschloss das Wochenende. Es muss nicht das letzte Bleiben. "Schaut in unser Jahresheft, da könnt ihr für euch sicher die nächste schöne Gelegenheit entdecken, nach Roßbach zu kommen" lud Jugendbildungsreferent Jonas Borgwardt im Namen seines Teams ein.

Im dichten Programm des Wochenendes fand sich natürlich noch Zeit für gemeinsames Tischtennisspielen, Begegnungen mit anderen Jugendlichen oder spontanes Musizieren. "Das bisher beste Wochenende in Roßbach", fand eine Teilnehmerin aus Dessau zum Schluss. Auch eine Einladung für andere, bald ins Jugendhaus aufzubrechen.

obere zwei Fotos: Eckhard Pohl, Mit freundlicher Genehmigung der Kirchenzeitung Tag des Herrn. www.tag-des-herrn.de, Alle Rechte vorbehalten. © St. Benno-Verlag, Leipzig.