Reich beschenkt – das war die Fahrt nach Costa Rica und Panama

07.02.2019

Da sind wir, wieder zurück, bei 3 Grad und leichtem Schneefall – zurück mit reichlich neuen Erfahrungen, Erlebnissen, Erkenntnissen.

17 Tage waren wir – eine 23-köpfige Delegation aus jungen Erwachsenen – unterwegs nach Costa Rica und Panama, um am Weltjugendtag teilzunehmen, mit Menschen aus aller Welt in Kontakt zu kommen und die Situation von Land und Leuten in Mittelamerika aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Von 18 bis 35 Jahren, von Stendal bis Zeitz, vom Elektrotechniker bis zur Psychologin war die kleine Gruppe voller verschiedener Menschen, die sich schnell kennenlernte und zu einer Gemeinschaft zusammenwuchs. Mit dabei Menschen mit reichlich (Köln, Sydney, Madrid, Rio de Janeiro, Krakau) und null Weltjugendtags-Vorerfahrung, uns alle aber verband die Neugier und das Interesse an einer abenteuerlichen und vielseitigen Reise.

Los ging die Reise mit einem Flug über Madrid nach San José, der Hauptstadt Costa Ricas. Dort wurden wir im früheren Noviziat der Don-Bosco-Schwestern erwartet, versorgt und komfortabel einquartiert. Es standen zunächst touristische Tage an, für die es – vorbei an Chiquita- und Dole-Bananen- Plantagen – an die karibische See ging. Eine Dschungelwanderung zeigte die unheimliche Vielfalt der Schöpfung in Costa Rica (daher der Landesname "Reiche Küste") auf und es konnten allerlei Pflanzenbestandteile probiert werden. Auch die Beobachtung von Delfinen auf offener See und das Bad im Meer waren Bestandteile dieses Programms, bevor es zurück über die Wallfahrtskirche von Cartago nach San José ging. Hier besuchten wir das Grab der seligen Schwester Maria Romero Meneses, die aus dem Orden der Don-Bosco-Schwestern stammte und ganz im Sinne ihres Vorbilds Don Bosco in San José mit Kindern, die auf der Straße leben, arbeitete. Zu den Tagen in Costa Rica gehörte außerdem eine Begegnung mit der deutschen Botschafterin, welcher unsere vielen gewonnenen Eindrücke vom Land ergänzte und einen Austausch über die Situation in Costa Rica ermöglichte. Die Tage in der Diözese San José wurden abgerundet durch ein zentrales Pilgertreffen, bei dem schon reichlich Pilgerartikel genauso wie Geschichten und Eindrücke getauscht wurden.

Nach einer abenteuerlichen Busfahrt von mehr als 16 Stunden – vorbei an einem traumhaften Sonnenuntergang am Pazifik, ellenlangen Palmölplantagen und einem mehrstündigen Aufenthalt am Grenzübergang nach Panama – erreichten wir die Kirche "Nuestra Señora del Carmen" in Panama City, von wo aus wir in Gastfamilien verteilt wurden und unser Pilgerpaket bekamen. Zum zentralen Weltjugendtagsprogramm gehörten ein Eröffnungsgottesdienst, das Papstwillkommen und der Kreuzweg an der Cinta Costera, einer Küstenstraße direkt zwischen Skyline und Pazifik und zu guter Letzt das Abschlusswochenende mit Übernachtung unter freiem Himmel mit Vigil und Eucharistiefeier. An allen diesen Events nahmen wir teil und es wurden reichlich Fotos mit jungen Menschen aus anderen Ländern gemacht. Papst Franziskus und seine Worte blieben uns noch lange im Ohr: "Das Wort Gottes gilt heute", predigte er beim Abschlussgottesdienst in Anlehnung an den Bibelvers "Heute hat sich das Schriftwort erfüllt" (Lk 4,21), und so sind wir heute in unserer Lebenswelt gerufen, als junge Christen zu handeln und die Welt zu gestalten. In seiner Ansprache an der Cinta Costera hatte er dazu Don Bosco als ein großes Vorbild genannt, der im 19. Jahrhundert in seiner Stadt Turin an jungen Menschen gewirkt und sich für sie eingesetzt hat.

Neben diesen zentralen Großveranstaltungen hatten das Hilfswerk Adveniat und der BDKJ-Bundesverband zu einem "Youth Hearing" in die Altstadt geladen. In einem dreistündigen Workshop-Podium-Format lernten wir die Lebenssituation junger indigener, drogenabhängiger und AIDS-kranker Menschen in Panama kennen. Ein starkes Zeugnis für die Realität des Lebens in Panama, das sich extra für den WJT herausgeputzt hatte! Neben der Teilnahme am Youth Hearing stand auch ein Besuch eines Zentrums für obdachlose und drogenabhängige Menschen im Zentrum von Panama City auf unserem Programm. Ein früherer alkoholkranker junger Mann gab Zeugnis seiner Lebensgeschichte und wir wirkten bei der Essensausgabe mit. Das waren eindrückliche Erlebnisse für viele aus unserer Gruppe.

Im Rahmen der Bistumswallfahrt haben wir Geld für ein Adveniat-Projekt in Panama gesammelt. Symbolisch haben wir bei dem Besuch des Zentrums für obdachlose und drogenabhängige Menschen einen Korb voller Obst übergeben. Die Kollekte kommt damit diesem Projekt zugute. Informationen zu diesem Projekt sind unter diesem Link zu finden.

  

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Auch in Panama gab es zwei Ausflüge, um das Land kennenzulernen – und so fuhren wir ein Stück mit einem Boot auf dem Panamakanal, besuchten die Mirafloresschleusen und wanderten ein paar Kilometer auf dem "Camino Real", einem der ersten Wege, den im 16. Jahrhundert die spanischen Konquistadoren vom Atlantik zum Pazifik ausbauen ließen. Am Ende der Reise stehen vielfältige Eindrücke von Panama, seiner Geschichte und Gegenwart und von jungen Menschen und ihren Lebensgeschichten aus der ganzen Welt.

2022 geht es dann nach Lissabon! Bis dahin bleibt noch ein wenig Zeit – wir halten Euch aber auf dem Laufenden!

 

Hier findest Du eine Galerie mit einigen Eindrücken von der Weltjugendtagsfahrt.