Von Rostock nach Kiel, mit einem Segelschiff. Das war das Programm unserer diesjährigen Sommerfahrt. Mit dem altehrwürdigen Schoner Zudiersee ging es insgesamt 6 Tage über die Ostsee, Kühlungsborn, der dänische Hafen Bagenkop und Eckernförde waren dabei unsere Stationen.
So ein großes Segelschiff war für alle Teilnehmenden eine beeindruckende Erfahrung. Die vielen Seile dann auch richtig zu bedienen und die Konten korrekt zu setzen, so dass z.B. die Segel an Ort und Stelle bleiben, war zunächst eine anspruchsvolle Aufgabe, die mit jedem Tag aber leichter wurde. Auch ein Segel richtig zu verpacken, so dass es am nächsten Tag wieder schnell gehisst werden kann oder das An- und Ablegen in den Häfen waren Aufgaben, bei denen wir alle gebraucht wurden und die am Ende der Woche dann auch leichter von der Hand gingen.
Wie sieht nun aber so ein Tag an Board aus? Jeden Morgen bereitete ein wechselndes Team das Frühstück für alle vor. Anschließend hieß es dann spülen und das Schiff Abfahrereit machen. Also unter Deck alles verstauen und seefest machen, so dass auch bei mehr Schiffsbewegung nichts aus Schränken, von Tischen oder aus Betten fällt. Auf dem Deck wurden derweil Seile klargemacht und das Ablegen vorbereitet. Nach dem Ablegen ging es dann ans Segelhissen. Hier mussten alle mit anpacken, um die großen Segel den Mast hochzuziehen. Wenn alle Segel im Wind standen, wurde anschließend das Deck „aufgeräumt“, bzw. alle Seile „aufgeschossen“, also alles wieder ordentlich zusammengelegt und verstaut, so dass es sofort einsatzbereit ist, wenn es benötigt wird.
War das alles erledigt, wurde es ruhiger. Meist bauten wir hier unseren Morgenimpuls ein, der den Teilnehmenden ein paar Gedanken und Anregungen für den Tag mitgab und ihn unter ein Thema stellte. Während der Fahrt zum nächsten Hafen war dann viel Zeit, um noch mehr über das Schiff zu erfahren, Knoten zu üben, die Ostsee und die anderen (Segel-) Schiffe zu beobachten (und per App zu bestimmen wie sie hießen und wohin sie fuhren oder woher sie kamen), Ausschau nach Schweinswalen zu halten (zwei Sichtungen waren dabei!) oder mit anderen Karten zu spielen, zu singen oder einfach nur zu quatschen. Wenn es das Wetter erlaubte, war auch ein Badestopp mitten auf der Ostsee möglich. Das jeweilige Küchenteam stellte eine Mittagsverpflegung sicher. Abends im Hafen wurde etwas aufwändiger durch die Teilnehmenden gekocht. Bevor aber der neue Hafen erkundet werden konnte, wartete das Manöver „Anlegen“ auf uns. Hier hieß es wieder alle müssen ran: Segel einholen, gut verpacken. Alle Seile wieder aufschießen, Fender verteilen und vor dem Anlegen zwischen Hafenmauer und Schiff anbringen und festmachen. Nach dem Abendessen folgte dann als Tagesabschluss ein gemeinsamer Abendimpuls.
So vergingen die Tage mit einer gewissen Routine und doch waren alle etwas anders. Segeln ist und bleibt wetterabhängig. Mal war zu viel Wind aus der falschen Richtung, mal zu wenig, so dass der Dieselmotor unterstützen musste. Mal ging es früher am Tag los, mal später, je nach vorliegendem Wetterbericht.
Insgesamt waren sich alle am Ende der Woche einig, dass es eine tolle, intensive und spannende Zeit war, in der alle viel erlebt haben, gelernt und ausprobiert haben. Vielleicht gibt es ja eine zweite Auflage einer solchen Segelreise.