Nachdem im Mai erstmals ein Theaterwochenende im Veranstaltungskalender der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendpastoral stand und sich großer Beliebtheit erfreute, folgte nur – kurz nach den Sommerferien – sozusagen der 2. Akt dieses Formats.
Mit 10 jugendlichen Theaterliebhaber*innen sowie Stephan und Julia als Kursleitung ging es für ein Wochenende nach Hamburg. Das Musical „& Julia“ sowie das Theaterstück „Harry Potter und das verwunschene Kind“ standen auf dem Spielplan der gemeinsamen Tage in der Hansestadt. Und auch bei der Stückauswahl schloss sich erneut der Kreis zum ersten Theaterwochenende: Shakespeare spielte wieder eine Rolle. Dieses Mal tauchte er sogar doppelt auf: Zum einen als Autor des Stückes Romeo und Julia, welches das Musical aufgreift und die Handlung des Klassikers weiterspinnt, und zum anderen im Stück selbst als handelnde Figur, die eine nicht unwesentliche Rolle übernimmt.
Und so war „& Julia“ am Samstagmittag auch das erste Stück des Wochenendes. Dieses Musical ist bunt, schnell, komplett durchchoreografiert und stellt die Frage nach Selbstbestimmung in den Mittelpunkt. Die Titelgebene Julia aber auch andere Figuren finden im Laufe der Handlung ihren eigenen (Lebens-)Weg und lernen – auch gegen z.B. die Widerstände ihrer Eltern – dafür einzustehen. Musikalisch bedient sich das Stück dabei bei bekannten Popsongs der 90er und 00er Jahre und schlägt sowohl leise und nachdenkliche Töne als auch völlige Partystimmung an. Eine gelungene Mischung, die auch musikalisch die zumeist jugendliche Lebenswelt der handelnden Figuren gut aufgreift.
Eine ganz andere Stimmung erzeugte das zweite Stück am Sonntag. „Harry Potter und das verwunschene Kind“ spielt mit Licht und Schatten auf der Bühne, geizt nicht mit Effekten und zeigt, was mit Bühnentechnik alles möglich ist, um die Illusion einer magischen Welt für die Zuschauer*innen zu erzeugen. Trotzdem sind es im Stück eher die leisen Passagen, die im Kopf bleiben. Zum Beispiel die Gespräche zwischen Vater Harry Potter und seinem Sohn Albus.
Es geht ums Erwachsenwerden, mit allen seinen Schwierigkeiten und Problemen. Um die Suche nach dem eigenen Weg, die nicht einfacher wird, wenn die Eltern Berühmtheiten sind. Aber auch die Spiegelperspektive – die Schwierigkeiten vom Erwachsen- und Elternsein – nimmt viel Raum ein.
Beide Stücke wurden am Wochenende jeweils mit der Gruppe vorbereitet und deutlich intensiver, meist bis in den späten Abend, nachbesprochen. Sie lieferten gute Anknüpfungspunkte und viel Potential für angeregte Gespräche und einen guten Austausch zwischen den Teilnehmenden. Insgesamt fand auch das Format „Theaterwochenende“ wieder sehr gute Resonanz und es entstand der Wunsch, es beizubehalten.
Ein ganz großer Dank sei an dieser Stelle noch dem BDKJ Hamburg ausgesprochen! Vielen Dank für die herzliche Begrüßung und dass wir eure Räume zum Übernachten und für unsere Arbeitseinheiten nutzen konnten.
Das Theaterwochenende ist ein Angebot der außerschulischen Jugendbildung und wird gefördert vom Land Sachsen-Anhalt und dem Bistum Magdeburg. Vielen Dank dafür!