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Nach 5 Jahren war es Anfang September soweit. Wie in manchen kirchlichen Regionen und deren Einrichtungen bereits üblicher, wird nun auch das Jugendhaus in Roßbach den Grünen Hahn führen. Und zeigt damit, dass man hier am kirchlichen Umweltmanagementsystem teilnimmt. Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen sind dazu aufgerufen, die Bewahrung der Schöpfung in ihren Alltag ganz bewusst mit Taten und vor allem mit System umzusetzen. Diese Möglichkeit war es auch, die Christoph Tekaath, seit 5 Jahren Diözesanjugendseelsorger im Bistum, damals gereizt hat. Nun durfte er in Vertretung des Umweltbeauftragten des Bistums, Dr. Wendelin Bücking, das Zertifikat an seine Mitarbeiter im Jugendhaus überreichen. In der Umwelterklärung sagt Tekaath: „Am Tisch beim Essen, in der Ausstattung der Räume, durch die Wärme der Heizung, bei der Gestaltung der Flure, durch die Einkaufslieferung usw. soll etwas deutlich werden von der Botschaft, für diese Welt Sorge und Verantwortung wahrzunehmen und sich die Bewahrung der Schöpfung zu mühen.“

Wie kam es? Bei einem Treffen der Kommission für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung wurde der sogenannte Grüne Hahn vorgestellt. In Kontakt mit Dr. Hartmut Spring, der selbst Auditor (also so etwas wie ein Prozessberater) für den Grünen Hahn ist, war die Idee schnell geboren, das Jugendhaus auf diesen Weg zu bringen. Hausleiterin Katharina Exner war sofort sehr angetan, und nach einer Mitarbeitervollversammlung wurde schnell der Beschluss gefasst, ein Umweltmanagementsystem einzuführen. Als erstes wurde ein Umweltteam gegründet und ein Ideenspeicher gefüllt mit Möglichkeiten, in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen etwas für den Umweltschutz und für mehr Nachhaltigkeit zu tun. Nebenbei begann bereits eine Reihe von Umstellungen und Veränderung im Haus, angefangen vom Bezug von Biolebensmitteln über den Einbau einer neuen Pelletheizung bis zum Bezug von Ökostrom.

Aber ein Umweltmanagementsystem braucht seine Zeit und auch viele Schritte. Ein Grünes Handbuch musste geführt. Ein großer Check der Einrichtung stand an. Das Umweltteam aus Bereichsleitern im Haus mussten lernen, miteinander zu überlegen und sich abzustimmen. Schließlich mussten Schöpfungsleitlinien verfasst und ein Umweltprogramm zusammengestellt werden. Auch eine Erfassung der Daten vom Verbrauch von Strom über die Heizenergie bis zum Müllaufkommen stand an. Auditor und Nachbar des Jugendhauses, Dr. Hartmut Spring war dabei anfangs eine große Hilfe, später wurde als Umweltmanagementbeauftragter Stephan Schmitz-Tekaath, im Jugendhaus als Jugendbildungsreferent tätig, ernannt. Er koordinierte diese Dinge und führte das Handbuch.

Nun wurde die letzte Hürde genommen und der externe Prüfer Bernd Brinkmann kam zu Prüfung und Zertifizierung nach Roßbach. Und als er grünes Licht gab, konnte Katharina Exner als Hausleitung das Zertifikat entgegennehmen. Zukünftig gibt ein Hahn in Roßbach also den Weckruf zu mehr Umweltschutz.

Den Bischof wird es freuen. Auch er hatte in den letzten Jahren immer wieder appelliert, sich der Bewahrung der Schöpfung zu widmen und konkret zu werden. In Feiges Sinne kann nun das Jugendhaus des Bistums einen Beitrag leisten.

Übrigens: Ausruhen ist beim Zertifikat Grüner Hahn nicht angesagt. Denn nun muss die systematische Arbeit weitergehen und das Umweltprogramm in den nächsten 4 Jahren umgesetzt werden. Auch für Gäste im Haus ist Mittun angesagt. Wie? Das können die Mitarbeiter im Sankt-Michaels-Haus in Zukunft bei der Begrüßung am besten erklären.

Zur Umwelterklärung des Jugendhauses